Biomethananlage Holleben geht in Betrieb

agri.capital, r.e Bioenergie und MITGAS NETZ eröffnen Anlage im Saalekreis

10.11.2011

Im Teutschenthaler Ortsteil Holleben nimmt eine neue Biogasanlage ihre Arbeit auf. Entwickelt und gebaut wurde sie durch die Regensburger Firma r.e Bio- energie GmbH, einer Beteiligung des BayWa-Konzerns. Betreiberin der Anlage ist die agri.capital Gruppe mit Sitz in Münster. Die MITGAS Verteilnetz GmbH (MITGAS NETZ), Halle, übernimmt die Einspeisung der Jahresleistung von rund 72 Millionen Kilowattstunden Bioerdgas in ihr Gashochdrucknetz. Diese Menge reicht aus, um den Energiebedarf von rund 7.200 modernen Einfamilienhäusern zu decken.

Die von der r.e Bioenergie GmbH geplante und als Generalunternehmer errichtete Anlage ermöglicht die Herstellung von hochwertig aufbereitetem Biomethan mit hervorragender CO2-Bilanz. Das Anlagenkonzept des Biogas-Entwicklers setzt auf einen extrem geringen Eigenenergieverbrauch und größtmögliche Verfügbarkeit. "Unser Ziel ist es, Biogas aus der Region für die Region mit höchstem industriellen Standard zu produzieren", so Geschäftsführer Torsten Warmbold. "Dies ist uns dank innovativer Anlagentechnik und in enger Kooperation mit der lokalen Landwirtschaft gelungen. Die Basis unseres Erfolgskonzeptes ist unsere technische Unabhängigkeit kombiniert mit hoher Flexibilität und Kompetenz, um projektspezifisch die beste Lösung zu errichten."

In Holleben wird das gewonnene Biogas gereinigt und durch das Adsorptions- verfahren der Druckwasserwäsche zu Biomethan aufbereitet. Vor der Einspeisung in das Erdgasnetz wird das Gas mit Geruchsstoff odoriert und auf Hochdruck von 16 bar verdichtet. Diese Schritte nimmt MITGAS NETZ in ihrer Einspeiseanlage vor. Die Investitionskosten für die Einspeiseanlage betragen 2,8 Millionen Euro.

"Für Netzbetreiber wird der Bau und Betrieb von Biogaseinspeiseanlagen zu einem immer wichtigeren Aufgabenfeld", sagt Thomas Scheer, Geschäftsführer von MITGAS NETZ. "Infolge der zunehmenden Förderung erneuerbarer Energien durch die Politik haben wir in Sachsen-Anhalt seit 2007 die bereits vierte Biogasanlage an unser Gashochdrucknetz angeschlossen. Weitere Anlagen werden folgen – eine fünfte noch in diesem Jahr im sächsischen Teil unseres Netzgebietes." Damit sei der Anteil an eingespeistem Bioerdgas im Netzgebiet von MITGAS NETZ in Sachsen-Anhalt deutlich höher, als dies in Deutschland im Durchschnitt der Fall sei, so Scheer. Der Biogaserzeuger erhält je eingespeiste Kilowattstunde Erdgas eine Vergütung vom Netzbetreiber. Diese wird in die Netzentgelte eingerechnet und ist von allen Netzkunden zu tragen.

Nach Fertigstellung im Sommer 2011 hat die agri.capital Gruppe die Hollebener Anlage erworben. "Damit bauen wir unsere Erzeugungskapazitäten für Biomethan weiter aus", erklärt Otto Eichhorn, Geschäftsführer der agri.capital GmbH. "Der Bereich der Biomethaneinspeisung ist nach wie vor eine der tragenden Säulen der Geschäftsstrategie. Die in Holleben produzierten Gasmengen haben wir bereits erfolgreich und langfristig vermarktet", so Eichhorn weiter.

Darüber hinaus unterstreiche die Akquisition der Biomethananlage den konsequent fortgeführten Wachstumskurs der agri.capital Gruppe. Eichhorn: "Wir wollen unsere Position als Marktführer weiter ausbauen und setzen neben der Eigenentwicklung von Projekten verstärkt auf den Zukauf von Bestands- anlagen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Partnern wie der r.e. Bio- energie wird dazu beitragen, unser Anlagenportfolio in den nächsten Monaten und Jahren zu erweitern."

 

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